Mit Haut und Haar – Gedanken zu «Das Barthaar des Tigers»

Dieses koreanische Märchen berührt mich immer wieder. Eine Frau wagt es, die Dinge und die Wahrheit einmal von einer anderen Seite zu betrachten, ihren Gefühlen und ihren Wünschen ins Gesicht zu schauen. Und dann hat sie den Mut, zu tun, was getan werden muss, um den eigenen Wüschen und damit ihrem Selbstvertrauen näherzukommen.

Es gibt viele Varianten dieses Märchens auf dem asiatischen Kontinent, statt eines Tigers mal mit einem Bären oder einem anderen Wildtier, manchmal ist es auch ein Dämon, der den magischen Gegenstand besitzt. In diesem Märchen kommt nach langer Zeit der Mann aus dem Krieg zurück, unversehrt und äusserlich heil. Seine junge Frau, die all die Jahre sehnsüchtig gewartet hat, sieht ihn nur mit ihren Augen, aber nicht mit ihrem Herzen. Sie möchte ihren Mann zurück, so, wie er vor dem Kriegsdienst war. Deshalb bereitet sie das Haus, bringt ihm die köstlichsten Speisen, kann ihm aber nicht geben, was er so nötig braucht: Verständnis, Geduld und Liebe. Er, von verbissener Wut und destruktivem Zorn erfüllt, weist sie ab, kann sie nicht lieben und mit ihr weder das Bett noch das Haus teilen. Nach all den Verletzungen, die er erlebt hat, sieht er keine andere Möglichkeit, als…

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